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Seit der Zeitumstellung beginnt die Feierabendrunde im Finstern. Auf dem Trail zählt Helligkeit, auf dem Weg dorthin zählt die Fahrradverordnung. Was in Österreich vorgeschrieben ist, warum die starke Trail-Lampe auf der Straße zum Problem wird und was das Licht-Set aus unserem Weihnachtsgewinnspiel kann.

von Robert Langer

16.30 Uhr, und die Runde fängt erst an

Seit dem 25. Oktober gilt wieder die Winterzeit, und das merkt jeder, der nach der Arbeit noch aufs Rad will. In Wien geht die Sonne Anfang November schon gegen halb fünf unter, Mitte Dezember kurz nach vier. Eine gute halbe Stunde später ist es finster. Wer um sechs aus dem Büro kommt, startet die Feierabendrunde also nicht mehr in der Dämmerung, sondern in der Nacht.

Ich bin selbst schon spät nachts durch den Wald gefahren, und eines habe ich dabei gelernt: Nachts sieht alles anders aus. Wege, die ich tagsüber blind kenne, waren plötzlich schwer zu finden. Eine gute Lampe hilft enorm. Einmal hat mir die Frontlampe mitten im Wald den Dienst versagt, und gerade wenn es kalt ist, ist das ein ziemlich ungemütlicher Moment. Dann bleibt nur noch schieben und hoffen, dass der Weg noch der richtige ist.

Dazu kommt ein Detail, das viele unterschätzen: Die wenigsten fahren direkt vor der Haustür in den Wald. Zuerst geht es über Wohnstraßen, Radwege und manchmal ein Stück Landesstraße. Und genau dort gelten andere Regeln als auf dem Trail.

Auf dem Trail willst du sehen. Auf dem Weg dorthin musst du gesehen werden.

Sehen, gesehen werden und nicht blenden

Licht am Bike hat zwei Aufgaben. Es soll dir den Weg zeigen, und es soll anderen zeigen, dass du da bist. Für Autofahrer, die dir entgegenkommen, gibt es noch eine dritte Seite: Sie dürfen nicht geblendet werden. Ein geblendeter Fahrer sieht für einige Sekunden praktisch nichts, und zwar genau in dem Moment, in dem er an dir vorbeifährt.

Deshalb arbeiten zugelassene Fahrradscheinwerfer wie das Abblendlicht beim Auto. Sie haben eine sogenannte Hell-Dunkel-Grenze: Der Lichtkegel endet oben scharf und fällt auf die Fahrbahn statt in die Augen anderer. Starke Trail-Lampen leuchten dagegen rundherum, also auch nach oben. Im Wald ist das ein Vorteil, weil du Äste, Wurzeln und Kurven früher siehst. Auf der Straße ist es das Gegenteil.

Eine kurze Einordnung zu den Zahlen, die auf Verpackungen stehen: Lumen beschreibt, wie viel Licht eine Lampe insgesamt abgibt. Lux beschreibt, wie hell es an einer bestimmten Stelle vor dir ankommt. Bei Straßenleuchten ist Lux die aussagekräftigere Angabe, weil sie zeigt, wie viel Licht tatsächlich auf der Fahrbahn landet.

Viele moderne Scheinwerfer haben zusätzlich ein Fernlicht, das die Grenze anhebt, wenn niemand entgegenkommt, und zurückschaltet, sobald Gegenverkehr auftaucht. Für Mountainbiker ist das die interessanteste Entwicklung der letzten Jahre, weil sie die Lücke zwischen Straßenlicht und Trail-Lampe kleiner macht.

Was in Österreich gilt

Wie ein Fahrrad ausgerüstet sein muss, regelt die Fahrradverordnung auf Grundlage der Straßenverkehrsordnung. Für das Licht sind die wichtigsten Punkte:

  • Vorne ein hell leuchtender Scheinwerfer mit weißem oder hellgelbem, ruhendem Licht und einer Lichtstärke von mindestens 100 Candela. Blinken darf er nicht.
  • Hinten ein rotes Rücklicht mit mindestens 1 Candela. Anders als in Deutschland darf das Rücklicht in Österreich auch blinken.
  • Akku und abnehmbar sind erlaubt. Die Verordnung verlangt, dass der Scheinwerfer beim Fahren fest mit dem Rad verbunden ist. Laut Bundesministerium dürfen Scheinwerfer und Rücklicht aber abnehmbar und batteriebetrieben sein.
  • Bei Tageslicht und guter Sicht dürfen Scheinwerfer und Rücklicht wegbleiben. Die übrige Ausrüstung, etwa die Rückstrahler, bleibt Pflicht.
  • Fernlicht regelt die Fahrradverordnung nicht ausdrücklich. Wer damit Entgegenkommende blendet, gefährdet sie trotzdem, also gilt auch hier: abblenden, sobald jemand kommt.

Und was ist mit Leuchten, die eine deutsche StVZO-Zulassung haben? Die österreichische Verordnung schreibt kein bestimmtes Prüfzeichen vor, sondern Eigenschaften: Farbe, ruhendes Licht, Mindesthelligkeit, feste Verbindung mit dem Rad. Ein StVZO-zugelassener Scheinwerfer erfüllt diese Anforderungen in aller Regel deutlich. Die deutsche Zulassung ist in Österreich also kein Muss, aber ein brauchbarer Hinweis darauf, dass die Lampe blendfrei arbeitet.

Für Rennräder gibt es in Österreich eine eigene Definition, unter anderem höchstens 12 Kilogramm. Sie dürfen bei Tageslicht ohne Licht und Rückstrahler fahren. Bei Dämmerung und Dunkelheit gelten für sie dieselben Lichtregeln wie für alle anderen. Ein Mountainbike fällt nicht unter diese Ausnahme.

Was kostet es, wenn es fehlt? Der Strafrahmen nach der Straßenverkehrsordnung reicht laut ÖAMTC bis 726 Euro. Bei Polizeikontrollen bleibt es meist bei einer Organstrafe im niedrigen zweistelligen Bereich. Teurer kann es nach einem Unfall werden, weil fehlendes Licht bei der Haftung gegen dich ausgelegt werden kann.

Primärquelle: Fahrradverordnung BGBl. II Nr. 146/2001 idgF, § 1 und § 4 (RIS); ergänzend oesterreich.gv.at und ÖAMTC, Stand 02.11.2026.

Die Trail-Lampe auf der Straße

Hier liegt das eigentliche Spannungsfeld. Viele Mountainbiker haben eine sehr helle Lampe ohne jede Zulassung, weil sie für den Trail gemacht ist. Im Gelände ist das kein Thema. Sobald du aber auf Straße oder Radweg rollst, reicht sie als einzige Beleuchtung nicht: Die Verordnung verlangt einen Scheinwerfer, der fest mit dem Fahrrad verbunden ist. Eine Helmlampe erfüllt das nicht, egal wie hell sie ist.

Wie Rider in einschlägigen Foren seit Jahren berichten, hat sich in der Praxis eine Lösung durchgesetzt: ein zugelassener Scheinwerfer am Lenker für die Anfahrt, die starke Lampe auf dem Helm für den Trail, und die wird auf der Straße ausgeschaltet. Mehrere Fahrer beschreiben einen Fernbedienungsknopf am Lenker, damit sie die Helmlampe bei Gegenverkehr im Wald sofort abdimmen können. Einer erzählt, er habe eine gedimmte Helmlampe testweise an den Lenker geschraubt und sich zehn Meter davor gestellt. Danach sei das Thema für ihn erledigt gewesen.

Uneinig ist sich die Community bei der Frage, wie weit ein StVZO-Scheinwerfer im Gelände trägt. Die einen sagen, moderne zugelassene Lampen reichen für Waldwege und leichte Trails völlig aus. Andere halten dagegen, dass ihnen der abgeschnittene Lichtkegel für flüssiges Fahren auf Singletrails zu wenig zeigt. Einig sind sich fast alle in einem Punkt: Auch eine zugelassene Lampe blendet, wenn sie falsch eingestellt ist.

Auch eine zugelassene Lampe blendet, wenn sie falsch eingestellt ist.

Wenn der Akku in der Kälte aufgibt

Der Moment, in dem die Lampe ausgeht, ist im Wald der unangenehmste überhaupt. Akkuleuchten haben im Winter einen natürlichen Gegner: Lithium-Akkus geben bei Kälte weniger Leistung ab als bei Zimmertemperatur. Die Leuchtdauern auf der Verpackung sind deshalb Richtwerte. busch+müller schreibt selbst in die Anleitung des BRIXXI, dass die Nutzungsdauer unter anderem von der Temperatur abhängt.

  • Vor der Runde voll laden, nicht „wird schon noch reichen“.
  • Auf langen Strecken lieber eine mittlere Stufe wählen und das volle Licht für die Abfahrt aufheben.
  • Auf die Akkuanzeige achten, viele Lampen zeigen den Ladestand an.
  • Ein kleines Ersatzlicht im Rucksack wiegt fast nichts und erspart dir im Ernstfall den Fußmarsch.

Busch + Müller: 100 Jahre Fahrradlicht aus dem Sauerland

Der Hersteller hinter dem Set unseres Gewinnspiels ist ein Familienunternehmen aus Meinerzhagen im Sauerland. Gegründet wurde busch+müller am 1. September 1925 von August Busch und dem damals 16-jährigen Willy Müller. Am Anfang standen Katzenaugen, also Rückstrahler. Als 1929 Rückstrahler am Fahrrad Pflicht wurden, war das der Durchbruch. Heute führen Dr. Rainer Müller und sein Sohn Guido Müller das Unternehmen, die Familie Busch ist seit Jahrzehnten nicht mehr beteiligt. 2025 feierte die Firma ihr 100-jähriges Bestehen.

Gefertigt wird nach wie vor in Meinerzhagen. Beide Produkte im Gewinnspiel tragen auf der Verpackung den Hinweis „Made in Germany“.

Das Set im Gewinnspiel

Im Paket stecken zwei Leuchten, die zusammen eine komplette Beleuchtung ergeben: ein Akku-Scheinwerfer mit Fernlicht und ein Akku-Rücklicht mit Bremslicht. Beide sind nach der deutschen StVZO zugelassen und erfüllen damit auch die österreichischen Vorgaben. Alle Angaben stammen von der Verpackung und von busch+müller, getestet haben wir das Set nicht.

IXON Core Highbeam · Akku-Scheinwerfer (Typ 181H)

Abblendlicht70 Lux, drei Stufen: 70 Lux (ca. 2,5 h), 35 Lux (ca. 6,5 h), 15 Lux (ca. 18 h)
Fernlicht100 Lux, geschaltet per Bluetooth-Taster am Lenker; eine eigene Leuchtdauer für das Fernlicht nennt busch+müller nicht
ZulassungStVZO-zugelassen, deutsches Prüfzeichen
Akku3.000 mAh Lithium, austauschbar, Akkuanzeige, Schnellladen über USB-C, Powerbank-Funktion
GehäuseEdelstahl und Kunststoff, stoßgeschützt, spritz- und regenwasserdicht, bruchsicheres Glas
BedienungModi per App (Bluetooth) einstellbar
MontageHalter für hängende Montage an Garmin-, Wahoo- und GoPro-Aufnahmen
Gewicht / Maße140 g / 117 × 37 × 44 mm
LieferumfangLadekabel und Netzstecker sind nicht dabei
UVP119,90 Euro

BRIXXI · Akku-LED-Rücklicht (Typ 385)

FunktionRücklicht mit Sensor-Bremslicht und Notbremslicht (BREX), Licht-Sensor-Automatik
Zulassungzulässig nach StVZO
Akku350 mAh Lithium, Laden über USB-C, Leuchtdauer laut Anleitung bis zu 24 h
MontageSpannband an der Sattelstütze, Drehknopf-Halter zum schnellen Abnehmen
Gewichtrund 35 g
UVP49,90 Euro

Auffällig ist die Bedienung des Fernlichts. Der Taster sitzt am Lenker, nicht am Scheinwerfer. Das ist bequemer, wenn im Finstern plötzlich jemand entgegenkommt. Die Verpackung zeigt den Unterschied auf einer acht Meter breiten Straße: Mit Abblendlicht endet der helle Bereich deutlich vor der 45-Meter-Marke, mit Fernlicht wird auch der Bereich dahinter ausgeleuchtet.

Das Rücklicht erkennt über einen Sensor, wenn du abbremst, und leuchtet dann heller. Bei einer Vollbremsung schaltet es auf ein Notbremslicht. Für Mountainbiker relevant: Montiert wird es mit einem Spannband an der Sattelstütze. Ob das an deiner Variostütze passt, hängt davon ab, wie viel freie Stützenlänge im eingefahrenen Zustand übrig bleibt.

Geht die Rechnung auf?

Einzeln kosten beide Leuchten nach deutschem Herstellerpreis zusammen 169,80 Euro. Im Handel gibt es sie auch als Set, oft etwas günstiger. Dafür bekommst du eine vollständige Beleuchtung aus deutscher Fertigung, ein echtes Fernlicht mit Lenkertaster, einen Akku, der sich tauschen lässt, und ein Rücklicht mit Bremslicht. Das ist viel Ausstattung für den Preis eines guten Satzes Reifen.

Zwei Dinge solltest du wissen: Ladekabel und Netzteil sind beim Scheinwerfer nicht dabei, und für das Fernlicht nennt der Hersteller keine eigene Leuchtdauer. Und eine Frage kann dir kein Datenblatt beantworten: Reicht ein Scheinwerfer mit Hell-Dunkel-Grenze und zuschaltbarem Fernlicht, damit du nachts auch auf dem Trail ohne zusätzliche Helmlampe auskommst? Das hängt von deinen Trails, deinem Tempo und deinen Augen ab.

Perfekt für alle, die im Dunkeln über Straße und Radweg zum Trail rollen und dafür ein zugelassenes Licht mit echter Reichweite suchen.

Wie fährst du im Winter: eine Lampe für alles oder zugelassenes Licht am Lenker plus Helmlampe für den Trail? Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare. Genau diese Antworten helfen Einsteigern mehr als jedes Datenblatt.

Das Gewinnspiel

Das Set aus IXON Core Highbeam und BRIXXI verlosen wir live in der #MTBlive-Weihnachtsshow am 26. Dezember auf unserem YouTube-Kanal @radicallifestudios. Mitmachen kannst du aus ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Vorstellung der Preise startet mit der ersten Verlosung am 28. November. Alle Teilnahmebedingungen findest du unter radicallifestudios.de/gewinnspiel.

Die Gewinnspielpreise wurden von Busch + Müller zur Verfügung gestellt. Auf den redaktionellen Inhalt hatte das Unternehmen keinen Einfluss.

Published by Radical Life Studios / MTB Report


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